Der Bilanzrahmen der Klimainitative

Bilanzparameter bzw. Systemgrenzen des bvdm-CO<sub>2</sub>-Rechenmodells

bvdm-Grafik: Bilanzparameter bzw. Systemgrenzen des bvdm-CO2-Rechenmodells

Bei der Produktion von Druckerzeugnissen werden direkt und indirekt CO2-Emissionen erzeugt. Druckkunden verlangen zunehmend nach einer Aussage, welche Mengen dieses Treibhausgases durch den Druckauftrag verursacht werden. Hinter einer vermeintlich einfachen Fragestellung verbirgt sich eine komplexe Sachlage. Bei der Herstellung von Druckerzeugnissen werden nicht nur eine Vielzahl von Materialien, Druckhilfsstoffen und sonstigen Präparaten benötigt, sondern auch je nach Umfang des Druckauftrages viele einzelne Arbeitsvorgänge abgewickelt. Eine lückenlose CO2-Bilanzierung aller möglichen CO2-Quellen eines Druckproduktes wäre nur mit einem hohen, unangemessenen Aufwand möglich. Zudem fehlen, insbesondere für viele Druckhilfsstoffe und Präparate, also für einen Teil der Vorkette von Druckproduktionen, abgestützte CO2-Aquivalenten. Die gültigen Ökobilanznormen, die für CO2-Bilanzen herangezogen werden können, verlangen keine 100 Prozent Analyse. Es ist zulässig, die Systemgrenzen nach der CO2-Relevanz zu bilden. Der Bilanzrahmen des bvdm-CO2-Rechners umfasst deshalb die bei Druckproduktionen wichtigsten Materialien und Produktionsschritte, einschließlich der identifizierbaren Transportvorgänge sowie die Entsorgung von Produktionsabfällen und -reststoffen. Die Gebrauchsphase der Druckprodukte wird nicht berücksichtigt. Angenommen werden kann, dass diese nur geringfügig CO2-wirksam ist. Zudem ist der Umfang von Vorgängen wie Lagern und Verteilen von Druckprodukten durch den Nutzer nur schwer einzugrenzen und wäre damit nur mit viel Aufwand zu bilanzieren. Die Entsorgung der Druckprodukte nach ihrer Nutzungsphase wird ebenso (noch) ausgeklammert. Die Bewertung solcher Vorgänge, insbesondere hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft, ist noch in der Diskussion.