Unser Klimaschutzmodell

Die Situation

Jede wirtschaftliche Tätigkeit ist mit der Entstehung von Treibhausgasemissionen verbunden. Kohlendioxid (CO₂) entsteht unter anderem bei der Nutzung fossiler Energieträger und ist ein wesentliches Treibhausgas. Treibhausgase beeinflussen den Wärmehaushalt der Erde. Die durch menschliche Aktivitäten verursachte Zunahme der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre trägt zur globalen Erwärmung und damit zum Klimawandel bei.

Für Unternehmen bedeutet Klimaschutz daher insbesondere, die mit ihren Tätigkeiten verbundenen Treibhausgasemissionen zu erfassen, Emissionsquellen zu identifizieren und Möglichkeiten zur Vermeidung und Reduzierung zu nutzen.

Die Klimaschutzpolitik

Der Klimaschutz ist seit den 1990er-Jahren Gegenstand internationaler und europäischer Vereinbarungen. Mit dem Pariser Klimaschutzübereinkommen von 2015 wurde das Ziel vereinbart, die Erderwärmung deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen.

Auch Deutschland hat verbindliche Klimaschutzziele festgelegt. Das Bundes-Klimaschutzgesetz sieht vor, dass Deutschland bis 2045 Treibhausgasneutralität erreicht. Für 2030 ist eine Minderung der Treibhausgasemissionen um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 vorgesehen; für 2040 gilt ein Minderungsziel von mindestens 88 Prozent.

Die Erreichung dieser Ziele erfordert Maßnahmen in allen Wirtschaftsbereichen. Neben gesetzlichen Vorgaben und politischen Maßnahmen spielen dabei auch unternehmerische Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen eine Rolle.

Was Unternehmen tun können

Ein sinnvoller Ausgangspunkt für Klimaschutzmaßnahmen ist die möglichst belastbare Erfassung der eigenen Treibhausgasemissionen. Sie schafft Transparenz über relevante Emissionsquellen und kann dabei helfen, Einsparpotenziale zu erkennen und geeignete Minderungsmaßnahmen abzuleiten.

Für Druck- und Medienunternehmen bedeutet dies beispielsweise, den Energie- und Materialeinsatz sowie weitere relevante Einflussgrößen der Herstellung zu betrachten. Maßnahmen zur Energieeffizienz, zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zur Nutzung erneuerbarer Energien können dazu beitragen, die mit der Produktion verbundenen Emissionen zu reduzieren.

Der VDM-CO₂-Rechner der Klimainitiative der Druck- und Medienverbände unterstützt Unternehmen dabei, die mit Druckprodukten verbundenen CO₂-Emissionen nach einer definierten Methodik zu ermitteln. Die Ergebnisse schaffen eine Datengrundlage für die Bewertung und Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Emissionsminderung.

Klimaschutzprojekte als ergänzende Maßnahme

Neben der Reduzierung eigener Treibhausgasemissionen können Unternehmen freiwillig Klimaschutzprojekte unterstützen. Dabei handelt es sich um eine eigenständige Maßnahme, die von der Erfassung und Reduzierung der eigenen Emissionen zu unterscheiden ist.

Die Unterstützung solcher Projekte kann beispielsweise über die Finanzierung von Projekten zur Nutzung erneuerbarer Energien erfolgen. Entscheidend sind dabei nachvollziehbare Informationen über das jeweilige Projekt, seine Finanzierung und die zugrunde liegenden Qualitätsstandards.

Die EU-Vorgaben zur Umweltkommunikation unterscheiden ausdrücklich zwischen der Information über Investitionen in Umweltinitiativen und produktbezogenen Aussagen, die aufgrund solcher Investitionen eine bestimmte Klimawirkung des Produkts behaupten. Aussagen über Klimaschutzprojekte sollten daher transparent und so gestaltet sein, dass sie nicht den Eindruck erwecken, die Emissionen eines konkreten Druckprodukts seien dadurch beseitigt oder ausgeglichen.

Das Klimaschutzmodell der Druck- und Medienverbände

Die Klimainitiative der Druck- und Medienverbände verbindet die Erfassung von CO₂-Emissionen mit der Unterstützung von Maßnahmen zur Emissionsminderung und freiwilligen Klimaschutzprojekten.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Ermittlung der produktbezogenen oder unternehmensbezogenen CO₂-Emissionen. Auf dieser Grundlage können Unternehmen Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Emissionen identifizieren und umsetzen.

Ergänzend besteht die Möglichkeit, Klimaschutzprojekte zu unterstützen. Für das Klimaschutzmodell der Druck- und Medienverbände werden dafür ausgewählte Projekte, die alle dem Gold Standard entsprechen, angeboten. Die Projekte konzentrieren sich insbesondere auf den Ausbau erneuerbarer Energien und werden nach definierten Qualitätskriterien ausgewählt.

Über die konkrete Verwendung der Mittel und die unterstützten Projekte werden die Beteiligten transparent informiert. Die Unterstützung eines Klimaschutzprojekts ist dabei als eigenständiger freiwilliger Klimaschutzbeitrag zu verstehen und nicht als Aussage darüber, dass ein bestimmtes Druckprodukt klimaneutral oder emissionsfrei hergestellt wurde.